ÖTB Turnverein Linz

 Um das herauszufinden, sind 17 Linzer Turngeschwister nach Wels gefahren und haben die Vorturner- und Kampfrichterschulung Turn10! besucht. Besonders erfreulich war die Teilnahme von vier „Jungkampfrichterinnen“ im Alter von 12 – 14 Jahren!

Das Wochenende war eine gute Investition. Alle Vortragenden waren kompetent und engagiert. In der Einführung wurden uns gleich die wesentlichen Neuerungen nahe gebracht. Die neue Maximalpunktzahl sind 20 Punkte. Davon stehen 10 Punkte für die Bewertung der Ausführung zur Verfügung. Damit ist klar, sauberes Turnen wird in Zukunft belohnt.

Es ist schön, dass die Turnübung jetzt für jeden Turner maßgeschneidert werden kann. Anstelle der festvorgeschriebenen Übungsfolgen, tritt ein Elementekatalog, aus dem bis zu 10 Elemente für eine Kür ausgewählt werden können. Diese neue Freiheit hat aber ihren Preis. Die Anforderungen an das Kampfgericht sind gestiegen. In Zukunft muss ein Kampfrichter die gelungenen Elemente der Übung mitschreiben. Das ist gar nicht so einfach, weil der Turner keine Pausetaste hat und einfach weiterturnt, während ich mir noch überlege, ob ich das Element jetzt geben soll oder nicht. Die Elemente sind großteils in der Ausführung offen ausgeschrieben, sodass auf den Kampfrichter da auch die eine oder andere Überraschung betreffend origineller Ausführung zukommen wird. Bei der Standwaage zum Beispiel kann das Bein vorne, hinten oder seitwärts hochgehalten werden.

Randvoll mit Informationen fuhren wir am Samstag nach Hause. Besonders beeindruckt hat mich das Durchhaltevermögen unseres Kampfrichternachwuchses – den Ausführungen einen ganzen Tag lang zu folgen, ist auch für Erwachsene ziemlich anstrengend – alle Achtung! Am Sonntag gab es Methodikschulung zu den Elementen und anschließend die Kampfrichterprüfung. Bei einer Tasse Kaffee warteten wir auf das Ergebnis. Wir haben alle bestanden und sind mit einem Stempel mehr im Kampfrichterpass nach Hause gefahren. Ich freue mich auf ein Wiedersehen beim ersten Wettkampf nach der neuen Ausschreibung.

Text: Michi Sulzbacher