Im Jahre 1954 gründeten Mitglieder des Linzer Turnvereins einen Fanfarenzug. Vier Jahre später beginnt Max Spindelböck, daraus einen Spielmannszug aufzubauen, einen der ersten in ganz Österreich. Auch das allererste Bundesspielmannszugtreffen findet 1961 in Linz statt. Der junge Spielmannszug tritt vor allem bei Turnveranstaltungen auf, aber auch Bälle, Geburtstagsfeste, Eröffnungsfeiern und was sich sonst anbietet, werden bespielt.

Von Anfang an sind die Reisen ein wichtiger Bestandteil des SZ-Jahres: Man fährt zu Probenwochenenden und zu Turnfesten im In- und Ausland. Ab 1965 dürfen auch Mädchen mitmachen. Nach einem Tief im Jahre 1968 gelingt der Wiederaufbau und beim Bundesturnfest in Linz 1971 zählt der SZ stolze 53 Musiker, großteils Jugendliche. Im Jahre 1975 findet die erste richtige Konzertreise nach Südtirol statt, drei Jahre später dann die bis heute weiteste Fahrt in der Geschichte des Linzer Spielmannszuges: entlang der Küsten Spaniens führt der Weg. Im selben Jahr beteiligt sich der SZ Linz an einer gemeinsamen Plattenaufnahme aller österreichischen Spielmannszüge.

Es folgen einige magere Jahre, die paar Übriggebliebenen schlagen sich als Klein-Fanfarenzug durch. Ab 1985 geht es mit vielen, teils noch sehr jungen, neuen Mitspielern endlich wieder bergauf.   Im Jahre 1988 erhält der Linzer Spielmannszug, nach einer Idee von Roland Reiter, eine zweite Uniform, die für viele Anlässe besser passt als das förmliche Blau-weiss: die bunte Landsknechttracht. Ein Jahr darauf wird der „Fan-Club“ des Linzer SZ gegründet. Nun beginnt unter dem neuen musikalischen Leiter Thomas Rizy langsam die Umstellung von den grifflosen Sandnerflöten auf moderne Querflöten und Piccoli, und von den Fanfaren auf Trompeten. Auch die gemeinsamen Konzertreisen werden zu einem fixen Punkt am Terminkalender: nach Linz am Rhein, nach Strausberg bei Berlin, ins Salzkammergut, wieder nach Südtirol, nach Vorarlberg, Norddeutschland oder – im Sommer 2003 – ins Gebiet Schwarzwald/Elsass.

Seit 1991 nimmt der Linzer Spielmannszug an den internen Wertungsspielen teil und sah sich 1994 mit dem Landesmeistertitel in der Marschwertung belohnt. Seit 1996 darf sich der SZ Linz durchgehend „Bundesbester Spielmannszug“ nennen. Auch bei den Bewerben der kleinen Gruppen finden sich immer wieder Gruppen des SZ Linz auf den vordersten Plätzen. Im Jahre 1998 kann im Rahmen der 40-Jahr-Feier, zu der hunderte Spielleute aus all diesen Jahren geladen und auch gekommen sind, die erste eigene CD präsentiert werden.

Der SZ nimmt seit 1994 als gern gesehener Gast an allen Aktivitäten des Blasmusikverbandes Bezirk Linz-Stadt teil und konnte auch bei dessen Marsch- und Konzertwertungen etliche sehr gute und ausgezeichnete Bewertungen erreichen. Aufgrund dieser guten Zusammenarbeit und der unermüdlichen Bemühungen des Bezirksverbandes wurde im März 2002 endlich die Aufnahme des Linzer Spielmannszuges in den Oberösterreichischen Blasmusikverband bewilligt. Bei dem Wertungsspiel im Rahmen des Bundesturnfestes 2006 in Linz konnten wir den Titel des „Bundesbesten Spielmannszuges“ erfolgreich verteidigen. Nach diesem Erfolg beendeten einige unserer langjährigen Spielleute ihre aktive Spielmannszuglaufbahn.

Mit dem bewährten Fanfarenzug gelang es uns die folgende Zeit zu überbrücken und neue Anfänger für die gemeinsame Musik zu begeistern. Heute zählt der Linzer Spielmannszug um die 25 aktive Mitglieder, davon einige noch in Ausbildung, die (mangels freier Plätze in der Musikschule) von Musikern des SZ übernommen werden kann. Was sie alle verbindet, ist die Freude an der Musik, vor allem aber das Gefühl, in einer echten Gemeinschaft zu sein und zusammen viel zu erleben.

Aus der Geschichte

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